image

Adrian Streather

Praxisratgeber

Klassikerkauf

Porsche 911 (993)

Alle Modelle 1994–1998

HEEL Verlag GmbH

Gut Pottscheidt

53639 Königswinter

Telefon 0 22 23 / 92 30-0

Telefax 0 22 23 / 92 30-13

Mail: info@heel-verlag.de

Internet: www.heel-verlag.de

Für die deutsche Ausgabe: © 2011 HEEL Verlag GmbH, Königswinter

Der Originaltitel „The Essential Buyer’s Guide Porsche 911 (993)“ ist erschienen bei:

Veloce Publishing Ltd.

Parkway Farm Business Park,

Middle Farm Way

Dorchester DT1 3AR

England

© Adrian Streather und Veloce Publishing Ltd 2010

Alle Rechte, auch die des Nachdrucks, der Wiedergabe in jeder Form und der Übersetzung in andere Sprachen, behält sich der Herausgeber vor. Es ist ohne schriftliche Genehmigung des Verlages nicht erlaubt, das Buch und Teile daraus auf fotomechanischem Weg zu vervielfältigen oder unter Verwendung elektronischer bzw. mechanischer Systeme zu speichern, systematisch auszuwerten oder zu verbreiten. Ebenso untersagt ist die Erfassung und Nutzung auf Netzwerken, inklusive Internet, oder die Verbreitung des Werkes auf Portalen wie Googlebooks.

Alle Angaben ohne Gewähr!

Übersetzung ins Deutsche: Heiner Stertkamp

Lektorat: Jürgen Schlegelmilch

Satz und Gestaltung: HEEL Verlag GmbH, Stefan Witterhold

E-Book ISBN: 978-3-86852-374-4

LESEN IN SEINER SCHÖNSTEN FORM

JETZT AUCH DIGITAL!

Holen Sie sich unser E-Paper Porsche Fahrer

Alle 3 Monate im Handel!

• Schöne Autos

• Scharfe Fotos

• Präzise Technik

• Klare Informationen

• Faszinierende Geschichten

Ab sofort auch für Smartphone und Tablet!

image

http://www.pf-magazin.de/app.html

Inhalt

images

Einleitung – Zum Zweck dieses Buches

1 Der richtige Wagen?

2 Kosten

3 Leben mit einem Porsche 911 (993)

4 Relative Werte

5 Vor der ersten Inaugenscheinnahme

6 Inspektionsausrüstung

7 15-Minuten-Prüfung – gehen oder bleiben

8 Problemstellen

9 Realistische Bewertung

10 Auktionen – ein anderer Weg zum Traumwagen

11 Papiere für eine vollständige Dokumentation

12 Wie viel ist „er“ wert?

13 Restaurieren – ja oder nein?

14 Lackprobleme

15 Konditionsprobleme

16 Wichtige Adressen und Ansprechpartner

17 Daten und Fakten

Einleitung – Zum Zweck dieses Buches

images

Die Modellreihe 993 fächert sich in drei Gruppen auf: die heckgetriebenen 3,6 Liter Carrera, die allradgetriebenen Carrera 4 und die 3,6 Liter Biturbo-Coupés.

Die 993 Carrera wurden als Coupé, Targa (ab Modelljahr 1996) und Cabriolet sowie im Turbo-Look mit breitem Heck als Carrera S Coupé und als Carrera RS mit 3,8 Litern (nur bestimmte Märkte) angeboten. Dazu kam eine in nur 6 Exemplaren entstandene Speedster-Version.

images

Originales 993 Carrera Cabrio (Foto: Autor)

Die 993 Carrera 4 wurden als Coupé und Cabriolet sowie im Turbo-Look (breites Heck) als Carrera 4S Coupé angeboten. Die 993 Turbo mit 3,6-Liter-Biturbo-Motor und Allradantrieb (stets breites Heck) waren als Coupé und S Coupé erhältlich. Als Sondermodelle für Homologationszwecke gab es u.a. den 993 Carrera Cup und den 993 GT 2 sowie für den Straßengebrauch umgebaute reine Rennfahrzeuge wie den 993 RSR. Auch der 911 GT 1 Straßensportwagen von 1995/96 war ausweislich der Fahrgestellnummern technisch ein 993.

Insgesamt entstanden über 72.000 Exemplare der Baureihe 993. Die Jahresproduktion von über 21.000 Stück im Jahr 1996 bedeutete für Porsche eine neue Rekordmarke, die jedoch bereits 1999 vom 996 übertroffen wurde.

images

Ein 993 Carrera S in Originalzustand (Foto: Autor)

Gegenüber dem 964 war der 993 technisch wenig verändert, jedoch sorgten die verschärften Abgasvorschriften in den USA dafür, dass zwischen US- und sonstigen Fahrzeugen die Teileaustauschbarkeit nicht immer gewährleistet ist. Die US-Fahrzeuge waren schwerer, worunter die Fahrleistungen litten. Zudem wurde 1996 der 993 Carrera Targa mit Glas-Panoramadach eingeführt.

Ein gepflegter 993 vermittelt dank seiner Porsche-individuellen Aura langjährige Fahrfreude. Ein vernachlässigter 993 kann sich jedoch als finanzielles Desaster erweisen, das die Porsche-Begeisterung nachhaltig beeinträchtigt. Zum Glück sind solche Fahrzeuge selten.

Als Vorteil beim Kauf erweist sich, dass die 993-Reihe unter den 911ern die beliebteste ist mit besonders enthusiastisch veranlagten Besitzern, die ihrem Fahrzeug stets die beste Pflege gönnen.

Besonderer Dank allen, die in diesem Buch als Mitwirkende genannt sind.

images

Achtung, lassen Sie sich nicht hinters Licht führen! Hierbei handelt es sich keineswegs um einen 993, sondern um einen 1980 gebauten 911 SC, der umgebaut wurde. (Foto: Autor)

1

Der richtige Wagen?

images

Kleine und große Fahrer

Große Fahrer haben in linksgelenkten 993 mehr Platz als in Rechtslenkern.

Bedienbarkeit

Alle Werks-993 bis auf den Carrera RS haben eine erstaunlich muskelschonende Servo-Zahnstangenlenkung. In den 993 Carrera-Modellen finden wir Unterdruck-Bremskraftverstärker, bei den Allradlern und Turbos hydraulische Versionen. Letztere bremsen bei ordnungsgemäßer Funktion besonders leichtgängig, bei fallendem Öldruck aber werden die Bremsen sehr schwergängig. Die Saugmotor-993 haben eine recht schwergängige hydraulische Kupplung, was in dichtem Verkehr rasch ermüdend wirkt. Die Turbos haben auch hierfür ein Servo, dennoch bleibt die Kupplung schwergängig.

Abmessungen

Messen Sie den Platz ihrer Garage aus und denken Sie daran, dass die Türen auch noch aufgehen müssen. Die modellspezifischen Abmessungen finden Sie in Kapitel 17.

images

Passt! Eine ausreichend geräumige Garage sollte vorhanden sein. (Foto: Arrwin Yip)

Innenraum

Fahrer und Beifahrer haben reichlich Beinraum, allerdings ist der Komfort von den eingebauten Sitzen abhängig. Menschen durchschnittlicher Statur sitzen in den normalen Komfort-Sitzen sehr bequem. Sport-, Schalen- und Rennsitze sind eher auf schmale Hüften zugeschnitten, und die Rücksitze sind nur eingeschränkt benutzbar.

Kofferraum

Als rassiger Sportwagen ist der 993 gegen ungleichmäßige Gewichtsverteilung empfindlich. Bei umgeklappten Rücksitzlehnen ist im Fond ausreichen Platz für Gepäck, das aber nicht so schwer sein sollte. Schwere Gegenstände gehören in den Gepäckraum nach vorn, wo eine Reisetasche Platz findet.

Unterhaltskosten

Wie jeder Porsche verursacht der 993 Kosten. Die Betriebskosten sind wegen des stets hohen Ölverbrauchs der luftgekühlten Motoren nicht zu unterschätzen, und mit dem Kraftstoff geht der Wagen auch nicht ausgesprochen sparsam um.

Alltagstauglichkeit

Als Hochleistungs-Sportwagen ist das Fahren auf Eis und Schnee auch mit der allradgetriebenen Ausführungen mit Viskokupplung trotz Winterreifen nicht zu empfehlen. Der 993 macht im Winter wenig Freude, und das Streusalz auf den Straßen schadet jedem Auto, auch einem Porsche.

Teileverfügbarkeit

Fast alle originalen 993-Teile sind noch verfügbar.

Teilekosten

Originale Porsche Ersatzteile sind kostspielig und werden jedes Jahr teurer.

Versicherung

Die Vollkasko-Versicherung für den 993 kann sehr teuer sein, fragen Sie also Ihren Versicherungsvertreter. Sie sollten klugerweise eine Vollkasko-Prämie in Betracht ziehen.

Werterhalt

Die 993-Modelle sind sehr wertstabil, weit besser als die übrigen 911er. Sie müssen aber immer wieder mehr Geld ins Fahrzeug investieren, als Sie dadurch an Wertzuwachs erzielen.

Schwächen

Knarrende, schleifende und mahlende Geräusche beeinträchtigen die Fahrt in Cabrio und Targa, und auch das Coupé ist nicht frei davon. Die Motorverkabelung ist bei den Saugern von 1994/95 und den Turbos von 1996 nicht unproblematisch. Probleme mit dem Cabrioverdeck haben u.a. zu einer Rückrufaktion geführt. Die komplizierte Motorsteuerung bei Saugern für die USA und bei allen Turbos kann Schwierigkeiten bereiten.

Pluspunkte

Nicht zu unterschätzender Flirt-Faktor in der Damenwelt. Der 993 will gefahren und geliebt (siehe Fahrerlächeln) sein. Von allen Elfern hat er eine besonders attraktive Linienführung.

Nachteile

Hohe Betriebskosten
Erfordert spezielle Diagnoseausrüstung
Durchschnittliche technische Kenntnisse reichen für Fehlersuche und Reparatur meist nicht aus.

Alternativen

Porsche 911 Carrera 3.2, Porsche 911 (964), Porsche 911 (996 und 997), Porsche 986 oder 987 Boxster, Porsche Cayman, BMW M3, Ferrari 360

2

Kosten – Erschwinglich oder nicht?

images

Wartungsintervalle und Kosten in der Porsche-Werkstatt

Kleine Inspektion (alle 20.000 km) ca. 600 €

Große Inspektion (alle 40.000 km) ca. 1200 €

Ersatzteilpreise

3,6 Liter Saugmotor, Zylinderkopfüberholung: ca. 4500 €

3,6 Liter Saugmotor, Komplettüberholung: ca. 6000 €

3,6 Liter Turbomotor, Zylinderkopfüberholung: ca. 6000 €

3,6 Liter Turbomotor, Komplettüberholung: ca. 8000 €

Getriebeüberholung (Schaltgetriebe): ca. 900 €

Getriebeüberholung (Tiptronic): ca. 1100 €

Getriebeüberholung (Tiptronic S): ca. 1300 €

Kupplungsüberholsatz: ca. 500 €, inkl. Einbau: ca. 1150 €

Bremsscheiben vorn oder hinten (Paar): je ca. 190 €

Bremsbelagsatz für vorn oder hinten: je ca. 120 bzw. 80 €

ABS-Hydrauliksteuerung: ca. 1220 €

Sperrdifferenzial: ca. 850 €

Scheibenwischerarme (Paar): ca. 200 €

Scheibenwischerblätter (Paar): ca. 20 €

Heckscheibenwischerarm: ca. 80 €

Heckwischerblatt: ca. 12 €

Elektrik und Elektronik

ABS-Steuergerät (normal): ca. 800 €

Heizungs- und Klimasteuergerät: ab ca. 550 €

Saugmotor-Steuergerät bis Modelljahr 1995: ca. 1800 €

Saugmotor-Steuergerät ab Modelljahr 1996: ca. 1000 €

Turbomotor-Steuergerät: ca. 1000 €

Scheibenhebermotor: ca. 70 €

Heckspoilermotor: ca. 65 €

Batterie 80 Ah: ca. 100 €

Karosserieteile

Karosserierestaurierung: ab 12.000 €

Neue Karosserie: Preis beim Porsche-Händler erfragen

Neulackierung: ab 4000 €

Komplettrestaurierung: ab 20.000 €

Anleitungen

Satz Reparaturanleitungen vom Hersteller: ca. 800 €

Betriebsanleitung: ca. 20 €

images

1996er 993 Targa mit Glasdach nach Mercedes-Konstruktion. (Foto: Adrienne Boer und Keith Ponnan)

Leicht zu finden:

Verschleißteile wie Batterie, Scheibenwischerarme und Wischerblätter, Glühbirnen, Bremsenteile, Karosserieteile

Schwer zu finden:

Motorsteuergeräte, Diebstahlwarnanlagen